Henriettes Inselbote

Dezember 4, 2007

Cranford

Filed under: I dare say,Kleine Freuden des Alltags — henriette @ 5:44 pm

Eine Serie mit Suchtpotential. English Period Drama at it’s very best. Although – why did so many lovely people have to die very recently?! Poor Miss Matty. Ich finde, es ist Zeit für something uplifting.

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3 Kommentare »

  1. Good and Bad Times

    Diese Kopfbedeckungen der Damen: entzückend! Einfach entzückend. Good old times, wo next to nothing (wie poetisch!) passsiert, wo in Knutsford einfach der vorgezeichnete Gang des Lebens seinen gewohnten, manchmal auch ungewohnten, vielleicht gar ungewöhnlichen, überraschenden, Lauf nimmt. Erinnert irgendwie an Knut’s Geschichte, des kleinen, kuscheligen Eisbären aus dem Berliner Zoo.
    Das Leben ist schön, die Menschen leben in Harmonie mit sich und der Natur. Die Menschen freuen sich, sie sind glücklich. Alles ist gut. Ein Ja zur Menschlichkeit, ein Ja zur Herzenswärme. Ein Ja zur Zukunft.
    Homo homini homo.

    Nichts als Tagträumereien geduldig erwartungsvoller Seelen, die in unfriedlicher Realität keinen Frieden finden können. Die Sehnsucht nach einer friedvollen und heilen Welt wird unerfüllt bleiben. Der zurzeit geführte Kampf zwischen Gut und Böse ist reine Propaganda übelster Art. Das Böse, Lug und Trug auf beiden Seiten, beherrscht die Welt. Die Lüge verkleidet sich als Wahrheit, das Böse gibt sich als das Gute aus. Im Namen machthungeriger Habgier und teuflischer Visionen wird Leben bedenkenlos verbraucht und vernichtet, geopfert den Götzen Macht und Reichtum.

    Die Wirklichkeit ist gewalttätig, sei es, wie hier in verschiedenen Einträgen bereits beschrieben, in Form von roher, körperlicher Gewalt der einen oder der anderen Art, sei es, wie anderswo angedeutet, in Form von fein durchdachter geistiger Gewalt durch das staatliche Gewaltmonopol selbst. Beide Male wird das Urvertrauen der Menschen in ihre körperliche oder geistige Unversehrheit nachhaltig beschädigt. Die Würde des Menschen ist eben nicht mehr unantastbar, im Großen wie im Kleinen wird sie, meist folgenlos, verletzt. Die Menschenrechte sind zur Verfügungsmasse verkommen, der Werteverfall schreitet unaufhaltsam voran (Wie der Herr, so’s Gescherr). Wahrheit und Wahrhaftigkeit besitzen für die seelenlosen Technokraten der Macht keinen Stellenwert; als Schafe gewandet kommen diese reißenden Werwölfe des Sittenverfalls daher. Die Bestien versprechen den Schafen Sicherheit und bringen ihnen doch nur Tod und Verderbnis.
    Homo homini lupus.

    Die Krise der westlichen Werteordnung ist deren tagtäglich erlebte Verlogenheit, der Unterschied zwischen Gut und Böse verschwimmt im Nebel von Propaganda, was Unwahrheit und Unredlichkeit heißt. Zukunftslos ist der eigeschlagene Weg der Herrschaft der Menschenverachtung, die für Herzenswärme und menschliche Vernunft keinen Platz kennt und sich dagegen in schamlos geiler Machtverkommenheit suhlt.
    Ohne Wahrheit gibt es keine Freiheit. Ohne Freiheit gibt es keine Zukunft. Ohne Zukunft gibt es keine Hoffnung.
    Ohne Hoffnung bleibt aber nur die verklärte Erinnerung der Vergangenheit.

    Erinnerung an die Hoffnung, an die Zukunft, an die Freiheit.
    Die Wahrheit aber ist in unseren Herzen, wir müssen sie nur suchen.

    Denn Wahrheit ist Leben.

    Die Rückwendung zu historischen Stoffen hat mit der heutigen Wirklichkeit leider sehr wenig zu tun. Ein Neuinterpretation von Orwell’s 1984 oder Farm der Tiere wäre wesentlich sinnvoller.
    Für’s Poesiealbum und zu Weihnachten abschließend ein kleines – und großartiges – Gedicht von Goethe, das mit wenigen Worten eine ruhevoll gelöste Stimmung wiedergibt.

    Wandrers Nachtlied

    Über allen Gipfeln
    Ist Ruh,
    In allen Wipfeln
    Spürest du
    Kaum einen Hauch;
    Die Vögelein schweigen im Walde.
    Warte nur, balde
    Ruhest du auch.

    Kommentar von otti — Dezember 13, 2007 @ 8:27 pm | Antwort

  2. Cranford. Letzten Sonntag habe ich jetzt auch mal drangedacht, mir eine Folge anzugucken. (Wo ich doch seit Jahren schon keinen Fernseher mehr hatte – bis jetzt, bis zu unserem Umzug auf die Insel. Und bei den vier Kanälen, die wir reinbekommen, bleibt nicht viel wirklich Interessantes zum Gucken übrig… 😉 )

    HARCH… Nachdem dann also rauskam, daß ja eigtl. jede Frau im Dorf sich mit dem hübschen Herrn Doktor verlobt glaubte und der gestrenge Papa dem adretten Arzt gegen Ende solch lieblose Worte entgegenfeuerte… harch… Das hat er doch nicht verdient!

    Ich bin hooked seitdem und kann’s gar nicht glauben, daß das nur einmal die Woche kommt…

    Kommentar von A-Heldin — Dezember 14, 2007 @ 5:59 pm | Antwort

  3. Und heute ist last in series, I’m not amused.

    Kommentar von henriette — Dezember 16, 2007 @ 6:47 pm | Antwort


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