Henriettes Inselbote

Februar 14, 2007

One Night with the NHS

Filed under: Inselalltag,So geschehen — henriette @ 4:05 pm

Man kann über die NHS sagen, was man will – und es wird viel und gerne darüber gemoaned – aber ich finde bisher keinen Grund zur Beschwerde.
Unsere Nacht in dem NHS Krankenhaus begann gegen 1.15am, als, wie gesagt, Herr S. mit Herrn Hund zur letzten Runde aufbrach. Einige Minuten später stand ein graugesichtiger Herr S. mit einer merkwürdig herunterhängenden Schulter vor der Tür, neben sich einen zitternden Herrn Hund, der, wohlwissend, dass er Scheisse gebaut hatte, wiederholt an Herrn S. hochsprang, um die Absolution erteilt zu bekommen. Doch in diesem Fall war die Bezeichnung „good boy“ einfach nicht zutreffend, insofern musste Herr Hund noch ein wenig schmoren.

Herr S. weigerte sich zunächst standhaft, die 999 anzurufen, aber wer gesehen hat, wie jemand mit einer gebrochenen Schulter versucht, sich irgendwie zu setzen, hinzulegen etc., der hätte getan, was ich tat, calling the emergency number nämlich.
Die 999 ist eine multiple choice number, i.e. man wird gefragt, was man möchte: police, Feuerwehr or ambulance. Und dann wurden mir sehr detaillierte Fragen gestellt, um festzustellen, wie ernst der Fall lag und mir wurde angeraten, Herrn Hund erst einmal into a separate room zu sperren. Das hatte ich gerade erst gemacht, wobei Herr Hund sich ohne jeglichen Protest und sichtlich erschüttert auf unser Bett ablegen liess, da standen auch schon Notärztin und Ambulance vor der Tür. In weniger als 4 Minuten nach meinem Anruf.

Nach einer kurzen und sachkundigen Untersuchung stand fest, dass Herr S. into the ambulance zu verbringen und ins hospital zu fahren sei. Die beiden Sanitäter waren extremely nice und vor allem hatten sie für Herrn S. eine Flasche voller Sauerstoff, gemixt mit einem leichten Schmerzmittel. Herr S. wurde immer higher und liess sich das freundliche „come on mate, take another deep breath, it’s all on us tonight!“ nicht zweimal sagen. Spontan spürte ich ein leichtes Gefühl des Neides in mir aufsteigen!

Im hospital angekommen wurden wir von der gestrengen Nurse Poppy empfangen und leider mussten die ambulance-guys schon weiter und nahmen zu Herrn S.’s Bedauern auch die magische Flasche mit. Alsdann wies uns Poppy in eines von ca. 15 cubicles ein, wo wir dann zwei Stunden lang wie die Ölgötzen herumsassen. Immerhin liess sich Poppy alle paar Viertelstunden zu einem „I’m with you in a minute“ hinreissen und indeed irgendwann zumindest ein paar Schmerztabletten bringen. Beim 5 „I’m with you…“ erwog ich kurz eine Bemerkung wie „you said that a couple of times already…“ , doch ein Blick in das Gesicht dieser no nonsense Nurse und ich wusste, it would do us no good. Herr S. schwört noch heute, dass Poppy uns für Penner hielt, denn wir hatten uns vor dem schicksalhaften Spaziergang bereits in unsere comfy clothes geworfen und sahen indeed nicht gerade wie frisch aus dem Ei gepellt aus.

Gegen 4am widmete sich Poppy endlich der lädierten Seite von Herrn S. und entschied dankenswerterweise, dass in diesem Fall geröntgt werden müsse. Und dann sah Herr S. noch in derselben Nacht drei Spezialisten, die sich viel Zeit für seinen Fall nahmen – bis eindeutig geklärt war, dass seine Schulter nicht operiert werden musste. Und wie der weitere Behandlungsplan auszusehen hatte.
Dass die Schlinge, die man ihm für den Arm bastelte, aus rosafarbenem Schaumstoff und Kabelbindern bestand, sei mal dahingestellt. But it did the job for the time being!

Gegen 6.30am entliess uns Poppy nach Hause, wo Herr Hund sich vor Begeisterung, Herrn S. in such a fairly good shape wiederzusehen, 15 Minuten lang nicht mehr einkriegte. Seither bekommt Herr S. physiotherapy und wird laufend begutachtet. And it is all for free. Thank you, NHS!

Februar 13, 2007

Mind the fox, will you?!

Filed under: I'm not amused,So geschehen — henriette @ 8:22 pm

Jetzt betrat ja neulich, gerade nachdem ich mit meinen Silberschläppchen die heimische Treppe heruntergesegelt war, dieser Fuchs ein very posh Schuhgeschäft in Central London. Was er dort wollte – wir wissen es nicht. Aber die Kundinnen wurden rather panisch und verliessen den Laden in a hurry. Ein, zwei Stunden später und various Fachleute hatten ihn, der noch mitten am Anprobieren war, eingefangen. Nun muss der Arme, der ja schliesslich und endlich ein echtes Capital-Füchschen ist, sein Dasein auf dem Lande fristen.
Am selben Abend entschloss sich Herr Hund aus unbekannten Gründen, unseren neighbourhood-Fuchs ein bisschen durch die neighbourhood zu jagen, was Herrn S. dazu bewog, in einer recht sinnentleerten Spontanaktion Herrn Hund hinterherzusprinten, der wiederum den Fuchs verfolgte.
Doch der witterungsbedingte patch of Glatteis vor der nursery machte Herrn S. einen gnadenlosen Strich durch die Rechnung. Was dann folgte war eine spannende Nacht. Notarzt, Ambulance und dann Hospital. Gegen sechs Uhr morgens waren wir dann alle wieder versammelt, Herr Hund, Herr S. und ich. Herr Hund mit dem schlechtesten Gewissen der Welt, Herr S. mit 1 gebrochener Schulter, 1 gebrochenen Rippe und 1 lädierten Knie und ich mit meinem kaputten Rücken.
Seither schlagen wir uns durch die Rekonvaleszenz. Am 18. beginnt das Jahr des Schweins, ein Glücksjahr!! Bis dahin ist Durchhalten angesagt. Keinerlei Fuchskontakt und allerhöchstens ein paar Wellies an den Füssen!

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