Henriettes Inselbote

August 7, 2006

Professionals unter sich….

Filed under: So geschehen — henriette @ 7:36 pm

Stu, mein Fachmann für Inseletikette hat drei Jahre lang ein Projekt entwickelt und vor gut zwei Jahren Sam, eine lovely mother of three mit vermögendem Ehemann, als Partnerin an seiner Firma und somit diesem Projekt beteiligt. Weil sie ihm erzählt hatte, was für enge Verbindungen sie zu potentiellen Geldgebern hat. (Und weil sie nicht gerne auf ihrem Anwesen in Oxfordshire sitzt und zuguckt, wie die Nanny die Kinder erzieht und deren Ehemann sich um alles andere kümmert. Und weil es in W. kein Selfridges gibt, kein Harvey Nichols und auch kein Harrods. Nur einen Coop der am Sonntag Nachmittag zu hat). Herr S. und ich kamen Ende letzten Jahres into the picture, als Stu and Sam Finanzierung suchten. Sam’s famose Kontakte, die mit diesem business nicht das Geringste zu tun haben, sondern vor allem aus wealthy neighbours bestehen, beenden ihr Engagement nämlich stets vor dem Zücken der Kreditkarte, die sie viel lieber zu Prada tragen. Und so wurden Herr S. und ich Executive Producers. Nicht mehr und nicht weniger.
Aber: kein Projekt ohne menschliche Dramen. Genaugenommen sind these two businesspartners beides Mädchen und Mädchen streiten oft. So eine Produktion auf die Beine zu stellen ist schwer und the two girls haben sich in den vergangenen, mühsamen zwei Jahren derartig die letzten Nerven geraubt, dass man nunmehr eine Art Hassliebe für einander empfindet. Allerdings ist Stu auch Patenonkel von Sam’s Jüngstem, man feiert Christmas together, und verbringt Teile des Urlaubs zusammen, was die Situation nicht einfacher macht. Nun wollten Herr S. und ich mit Stu (der ganz in der Nähe wohnt) am Sonntagabend ein beer trinken – very casual indeed. Davor wollten Herr S., Herr Hund und ich nett an die Themse fahren. Um 12am klingelte das Telefon. Stu. Sam „found out“ dass wir uns treffen wollten. Und nun verlangte sie, bei diesem Meeting anwesend zu sein. Sie könne um 6pm in Central London sein, weil sie bis 4pm auf dem Geburtstagslunch ihrer mother-in-law ausharren müsse….Herr S. antwortete völlig richtig, von einem Meeting könne wohl kaum die Rede sein, wir hätten doch nur a beer miteinander trinken wollen. Ob Sam denn wirklich wegen such a thing die 1,5 Std. Fahrt nach London antreten wolle? Und dann kam ungefähr bis 1pm ein Klagelied von Stu about his partner. Ich hörte nur „mhmm“, „oh dear“ „really?!“ und „oh my god“. Um 1pm gab ich vor, unsere Freunde seien jetzt gekommen und wollten wirklich umgehend unseren gemeinsamen Ausflug starten. Um 1.02pm klingelte das Telefon. Sam. Sie fühle sich ausgeschlossen und Stu sei…und dann vernahm ich wieder etwa 60 Minuten lang „mhmm“, „oh dear“ „really?!“ und „oh my god“. Um 2.05pm beschlossen Herr S. und ich, the casual beer meeting zu cancellen. Weil das Ganze doch arg pathetic war. Aber dann rief Stu schon wieder an, wondering, warum wir denn immer noch nicht an der Themse seien. Eine Stunde später, nach weiteren „mhmm“, „oh dear“ „really?!“ und „oh my god“s wurde das Bierchen gecancelled. Bis rund 30 Minuten danach Sam anrief und verkündete, sie habe all arrangements getroffen, um around 8pm bei uns (?!?!?!?!) zu sein – zwecks Aussprache. Daraufhin hatten Herr S. und ich ein heftiges argument, weil ich auf solche Kindergartenpossen keine Lust habe. Schon gar nicht in my house. Herr S. ging deswegen mit Herrn Hund erbost a seperate corner in irgendeinem Pub suchen, wohin er sich mit the two girls begeben konnte. Meine Laune war inzwischen so düster wie der Himmel aufgrund des heranziehenden Gewitters. Um 8pm stand Sam bei uns vor der Tür und hub, nach der Entgegennahme eines Glases kühlen Cavas unmittelbar an, über Stu herzuziehen. Dieser erreichte die Szenerie a quarter past eight, wurde ebenfalls mit einem Glas bubbly versehen und zu Sam in den Ring geführt. An einen Ortswechsel war gar nicht mehr zu denken.
During the following hours wurden Herr S., Herr Hund und ich Zeugen einer bizarren Auseinandersetzung, in die Herr S. und ich desöfteren vorsichtig moderierend eingriffen, während wir uns ansonsten meist schweigend dem bubbly hingaben. Gut, dass ich around 11pm solchen Hunger verspürte, dass ich rasch some snacks zubereitete, denn just seconds nach deren Fertigstellung brauchten wir dringend etwas, um the two girls wieder auf den Boden der Tatsachen zu bekommen (Saaaaaam ?! No!! No, you are wrong!!!!! Saaaaaaaam ?! Listen Saaaaam!!!!! Why the fuck are you not listening to me?!?!?! Oh, this is soooooo pathetic, don’t you think this is pathetic?!?!?!?!). Um einer Stellungnahme zu entgehen, führte ich erst Herrn Hund aus und servierte um 1am das Englische Allheilmittel („what kind of tea is thaaaat?! It’s really baaaaad!“) und unsere letzten drei chocolate whippy’s. Dann war der Kühlschrank leer und the bubbly alle. The two girls verliessen uns erst around 2am, noch immer zerstritten. Am nächsten Tag bekam ich – ganz gemäss der Etikette – die auf der Insel übliche Thank You Email/Karte: „Thank you for last night, it must have been as boring as hell for you.“ Und morgen fährt Stu zu Sam und ihren Kindern nach Cornwall – ein bisschen ausspannen….. He had such a nerve-wracking weekend indeed!

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2 Kommentare »

  1. Too much beef in the last years, maybe?

    Kommentar von pathologe — August 8, 2006 @ 12:20 pm | Antwort

  2. To say the least, Herr Pathologe, to say the least!

    Kommentar von henriette — August 8, 2006 @ 1:34 pm | Antwort


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