Henriettes Inselbote

Juli 31, 2006

Because it is the law

Filed under: I'm not amused,Inselalltag — henriette @ 12:26 pm

Leichter gesagt, als indeed the case. Das englische Recht ist ein sogenanntes case law (oder auch common law). Die Rechtssprechung gründet sich hier nicht auf Gesetze und Verordnungen, sondern auf Tradition und Fälle aus früheren Rechtsprechungen. Wenn also z. B. ein Sisalteppichverleger (nennen wir ihn Fred….) den Sisalteppich falsch verlegt, i. e. in various bits and pieces (besonders on the staircase), die sich jetzt schon auflösen, statt in einem Stück, wie in Auftrag gegeben – jemand (nennen wir sie mal H.) daher nicht einsieht, den vollen Preis für diese Glanzleistung zu zahlen, und selbst nach dem Hinzuziehen dreier alternativer Sisalteppichleger völlig evident ist, that Fred Mist gebaut hat, dann kann sich H. nicht auf irgendwelche gesetzlichen Grundlagen beziehen. Fred kann erstmal so lange auf vollständige Bezahlung pochen und herumnölen, bis ein Anwalt in alten Rechtsfällen den Fall eines Sisalteppichverlegers herausgefiltert hat, der zwischen dem Beginn der Zeitrechnung und Juli 2006 mal einen Sisalteppich falsch verlegt hat. Dann erst gäbe es erste hints bezüglich der Antwort auf die Frage: muss Fred eine reduction seiner Rechnung akzeptieren, oder gar den Sisal neu verlegen (worst case scenario kann ich nur sagen), oder……?!
Dann wäre da noch Andrew, der H. die Option auf einen Roman zwecks Erstellung eines Scripts verkauft hat, unter der Massgabe, dass diese Option frei von Rechten Dritter ist. So steht’s im Vertrag. Jetzt stimmt das aber nicht, wie H. zur Andrews asthonishment herausfand. Da gibt’s einen nasty, greedy Dritten. Und H. will jetzt, dass Andrew die Situation rechtlich wasserdicht klärt und the nasty, greedy Dritten aus dem Spiel entfernt. Andrew hingegen beharrt darauf, dass H. sich da zu viele Gedanken um die möglichen Folgen des Vorhandenseins des nasty, greedy Dritten macht und der Vorwurf der Vorspiegelung falscher Tatsachen eine Unverschämtheit ist. Jetzt müsste H. also theoretisch wieder einen lawyer suchen, der so einen case (am besten gleich mehrere) findet und dann hoffentlich dem ignorant Andrew klarmacht, dass Leute wie er früher am Galgen landeten….. Weil dass Hinzuziehen eines lawyers hierzulande jedoch sehr kostenintensiv ist, werden sich H., Fred und Andrew wohl very gentlemanly indeed auf den inselüblichen selbstgebastelten Kompromiss einigen müssen. Wobei wir wohl beim vielzitierten common sense wären.

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1 Kommentar »

  1. […] Frau Henriette erklärt auf amüsante Art die Probleme des englischen Verbrauchers, der aufgrund von Schlechtleistungen mindern möchte. Glücklicherweise gibt es auch in Großbritannien inzwischen das ein oder andere geschriebene Gesetz, und die Umsetzung verbraucherschützender EU-Richtlinien wird auch an der Legislative Albions nicht spurlos vorübergegangen sein. […]

    Pingback von Obiter Dictum » Blog Archive » So ist das mit dem Common Law — August 11, 2006 @ 3:29 pm | Antwort


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