Henriettes Inselbote

Juli 11, 2006

Wiedersehen macht Freude

Filed under: So geschehen — henriette @ 7:57 pm

Besuch ist ja was sehr Nettes, bloss, was tun, wenn man ihn schlichtweg nicht mehr loswird? So machte unser lieber Freund J. seinem tschechischen Kollegen R., mit dem er im Jahre 2004 ein Projekt in Prag durchführte, in eben jenem Jahr ein unbedachtes Angebot. R. solle doch gern einmal, wenn ihm und seiner Gattin danach sei, nach Norwegen reisen, dort habe J. ein kleines Sommerhäuschen, welches er mit Vergnügen interessierten Freunden zur Verfügung stelle…
Kurze Zeit später war R. und seiner Gattin nebst Kleinstkind nach Urlaub zumute. Ein Flug nach Norwegen war schnell gebucht. J.’s Grosseltern, die ganz in der Nähe seines Häuschens wohnen (er selbst lebt hier auf der Insel), hatten dieses liebevoll hergerichtet und erwarteten den Besuch im Garten. Was R.’s Gattin ursprünglich erwartet hatte, wird wohl nie genau geklärt werden, doch während die Grosseltern sich noch im Stillen über die Unmengen von Gepäck wunderten, die aus dem Grossraumtaxi geladen wurden, brach sie angesichts des hübschen, einfachen, typisch norwegischen Sommerhauses mit einem hysterischen Anfall zusammen. Nichts konnte sie beruhigen. Hier konnte sie nicht bleiben. Jetzt war guter Rat teuer. Aber angesichts einer heulenden Kleinstkindmutter und des quasi nicht vorhandenen Reisebudgets der Jungfamilie sahen sich die Grosseltern des grosszügigen Gastgebers gezwungen, erst einmal – bis zur Klärung der Situation – auf eigene Kosten in ein Hotel zu ziehen und dem lieben Besuch ihr komfortables Heim anzubieten.
Und dabei blieb es…..4 Wochen lang. Norwegen ist im Sommer wunderschön. Leider hat auch die herrlichste Zeit mal ein Ende und man entschloss sich schweren Herzens, die Heimreise nach Tschechien anzutreten. Hinterlassen wurde neben einem unaufgeräumten, ungeputzten Haus ein kleiner grüner Kaktus als Dankeschön.
Man muss nach vorne schauen und ohne weiter über den Vorfall zu diskutieren setzten J. und seine Familie die Familie S. umgehend auf die schwarze Liste (die rabenschwarze). Umso erstaunter waren Herr S. und ich, als wir R. und seine liebe Gattin am Sonntag auf dem Taufessen von J.’s Sohn hier auf der Insel wiedersahen.
J. war auch erstaunt…und seine Eltern erst….R. erzählte mir, man plane, so um die 2 Wochen zu bleiben. Und wie schön, dass man hier so liebe Freunde habe, die Hotels seien ja wahnsinnig teuer….

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2 Kommentare »

  1. Und? Wurden sie einquartiert?

    Kommentar von syberia — Juli 12, 2006 @ 9:04 am | Antwort

  2. Zunächst…..man erwägt nunmehr aber, aus seinem Herzen keine Mördergrube mehr zu machen…..was Skandinaviern immer sehr schwer fällt. Es würde mich daher keinesfalls wundern, wenn sich J. mit seiner Familie am Ende noch kurzfristig in einen 14-tägigen Urlaub verabschiedete.

    Kommentar von henriette — Juli 12, 2006 @ 12:41 pm | Antwort


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