Henriettes Inselbote

Juli 19, 2006

Rather warm, isn’t it?

Gespeichert unter: I dare say — henriette @ 2:26

London’s evening newspapers von gestern: „up to 47 degrees in the tube, up to 52 degrees on buses“…. halte ich für stark beschönigt. Ich würde mal behaupten, im Bus zum Steuerberater gestern mittag waren es mindestens 80 degrees. Auf der Reibefläche zwischen dem fleischigen nackten Oberarm meiner obese Sitznachbarin und meinem eigenen sogar gefühlte 120. Schön war’s im post office Aldwych. Das hat – im Gegensatz zu unserem hier im Norden der Stadt – eine Klimaanlage. Ich musste mich wirklich zwingen, die kühlen Hallen zu verlassen. Nach der Fahrt im Bus zurück bin ich dann, einem Hitzeschlag nahe, mit letzter Kraft zu Tesco’s reingewankt, wo ich ein Weilchen um die Kühlregale geschlendert bin, ohne was zu kaufen (Tip von meiner norwegischen Nachbarin „I always go to the supermarket to cool down a bit“). Wie Herr Hund auf den Gedanken kam, wir könnten doch ein bisschen Bällchen werfen gehen, als ich endlich zu Hause war, ist mir schleierhaft.

This might be recorded…

Gespeichert unter: I'm not amused, So geschehen — henriette @ 12:37

Hier auf der Insel bekommt man, wenn man irgendwelche Service-Hotlines anruft, meist den Hinweis, “that this conversation might be recorded for training purposes”. Da denkt man ja erstmal an nichts Böses. Aber nun bin ich doch ein bisschen sprachlos.
Herr S., Herr Hund und ich waren im Mai auf einer längeren Geschäftsreise auf dem Kontinent. Und weil unser Auto schon ein bisschen älter ist, entschloss sich Herr S. fünf Minuten vor unserer Abreise zu der besten Investition des Sommers. £ 55 für eine European Breakdown Insurance beim AA. Unser Range Rover war über diesen lack of trust offenbar not amused und präsentierte sich ein paar Tage später in Südfrankreich mit kaputter Zündspule. Was folgte war ein grosses oh là là und dass man sich so eine Zündspule erst von der Insel schicken lassen müsse, mais oui – und non, sowas gäbe es in Frankreich nicht, wir müssten ein paar Tage warten etcetera. Abgesehen davon, dass es Schlimmeres gibt, als Ende Mai am Mittelmeer auf eine Zündspule zu warten, mussten wir nur noch den AA benachrichtigen und dieser bestätigte uns, es sei ja alles versichert. Hotelaufenthalt, Leihwagen etc. Grosses Lob an Herrn S. für seine weise Voraussicht! Was dann passierte ist im Einzelnen unwichtig. Es resultierte jedoch in unzähligen Anrufen des Herrn S. beim AA in Lyon und umgekehrt. Ja, die Zündspule sei erst nach fünf Tagen eingetroffen, nein, le garage würde sie nicht bis morgen einbauen – und dann sei Wochenende, doch, wir müssten wirklich weiter, wir hatten unsere Anschlusstermine schon mehrmals verschoben, ja, wir würden den Leihwagen in Dover gegen einen englischen tauschen und ja, uns sei klar, dass wir unser Auto dann – wieder auf Kosten des AA – innerhalb von drei Wochen in Cannes abholen müssten…
Natürlich war nach unserer Rückkehr der AA UK erstmal nicht bereit, für die Hotelkosten in Südfrankreich aufzukommen. Wer uns denn bitte erzählt habe, man dürfe am Tag mehr als € 40 für ein Hotel ausgeben?! Wahrheitsgemäss antwortete Herr S., dies hätten ihm die Kollegen in Lyon am Telefon bestätigt. Nun dachten wir selbstredend, so am Telefon kann man ja manches erzählt bekommen, wer kann das schon beweisen. Da erzählt John vom AA UK ganz fröhlich, dann könne er sich das Ganze ja nochmal anhören. Die haben alles aufgenommen, jedes einzelne Gespräch über ganze drei Wochen!

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